Kindenheim zeigt Geschichte

Das Ziel unserer Projektgemeinschaft ist es, Geschichte erfahrbar zu machen.
Kindenheim soll sowohl für Bürger, als auch für Touristen und Gäste spannend werden.
In einer ersten Phase soll an ca.10 Gebäuden der historische Hintergrund beleuchtet werden, weitere Phasen werden folgen. Sie dürfen also gespannt bleiben...
Und auch mitmachen, wenn sie wollen.

Kindenheim

Die Martinskirche, erbaut im 16. Jahrhundert

Martinskirche

Regionaltypische Dorfkirche mit dreiseitigem Chorschluss und Rundbogenfenstern. Bereits im 12. Jahrhundert wird eine Martinskapelle in Kindenheim erwähnt. Der heutige Kirchenbau wurde allerdings wesentlich später errichtet. Auf einen spätgotischen Kirchenbau um 1509/1514 lassen Portal sowie der gut erhaltene Schlussstein des ehemaligen Chorgewölbes schließen, der sich im Kircheninnenraum befindet und das Schweißtuch der heiligen Veronika zeigt. Die ursprüngliche Kapelle wurde unter Ludwig VI., Kurfürst ab 1576, zur lutherischen Pfarrkirche erhoben.
Beim Umbau 1729-34 blieben vom mittelalterlichen Bau nur Teile der Außenmauer stehen. Der Kircheninnenraum wurde 1854-57 und 1990-93 umfassend umgebaut bzw. saniert. 1908 wurde die alte Orgel durch eine Steinmeyer-Orgel aus Öttingen ersetzt;
diese wurde 1992 vollständig restauriert.

Der Glockenturm, erbaut 1871-1872

Der Glockenturm

Nach dem Abriss des alten Rathauses 1869 nebst Türmchen mit Uhr und Glockenschlag wurde die Martinskirche, die als ehemalige Kapelle über keinen Kirchturm verfügte, durch diesen stattlichen Glockenturm ergänzt. Der Glockenturm wurde von der Dorfgemeinde Kindenheim finanziert und steht auch heute noch, samt der von ihm beanspruchten Grundfläche, in deren Eigentum. Der schlanke und recht hohe Turm weist neugotische Formen auf und beherrscht das Orts- und Landschaftsbild. Sandsteinquader bilden das Untergeschoss, darüber Bruchstein mit Mustern aus Sandstein. 1949 wurden die vorhandenen Glocken durch vier neue ersetzt, die von der Glockengießerei Pfeifer, Kaiserslautern gegossen wurden.

Die ehemalige Dorfbefestigung

Die ehemalige Dorfbefestigung

Die Dorfbefestigung ist auch heute noch sehr gut an den schmalen Grabenwegen, in weiten Teilen von zum Teil zwei Mauern begleitet, als umschließendes Oval zu erkennen. Eine genaue Datierung ist nicht bekannt. Wie die Obere Pforte wurde sie vermutlich 1470/71 durch Truppen des Kurfürsten Friedrich I. zerstört. Ab etwa 1560 wurden Mauern und Tore wieder aufgebaut.

Die obere Pforte

Die obere Pforte

Eine genaue Datierung der Pforte ist nicht bekannt. Vermutlich 1470/71 wurde sie durch Truppen des Kurfürsten Friedrich I. zerstört (Veldenzer Fehde).
Ab etwa 1560 wurde sie wieder aufgebaut und in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts entfernt.

Die untere Pforte

Die untere Pforte

An dieser Stelle befand sich die untere Pforte. Eine ursprünglich ältere mittelalterliche Ortsgrenze gab es vermutlich im Bereich des kleinen Platzes an der heutigen Bushaltestelle. Sie wurde wahrscheinlich 1470/71 durch Truppen des Kurfürsten Friedrich I. zerstört (Veldenzer Fehde). Ab etwa 1560 wurde diese Pforte hier wieder aufgebaut. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entfernt.

Gemeiner Pfarrhof 1727, Hauptstrasse 46

Gemeiner Pfarrhof

Das Grundstück wurde 1705 von Johannes von der Mühlen der Kirche zwecks Errichtung eines neuen Pfarrhauses geschenkt. Das neue große Pfarrhaus wurde 1727 fertiggestellt. Siehe ausgesparten Sandstein mit Jahreszahl. Bis 1928 bewohnten neun verschiedene Pfarrfamilien dieses Anwesen. Im Jahr 1931 wurde das gesamte Areal von Karl Michael Seyb, Ackersmann und Gastwirt, ersteigert. Bis heute ist der ehemalige gemeine Pfarrhof in Familienbesitz Rasp-Lambert und beherbergt deren Weingut.


Synagoge, Hauptstrasse 72 Hinterhaus

In Kindenheim bestand im 19. Jahrhundert ein reges jüdisches Gemeindeleben. Davon zeugen die Synagoge, das Schulhaus und die Lehrerwohnung. Um 1924 hatte sich die Gemeinde durch Aus- und Abwanderung auf nur noch 12 Mitglieder reduziert und wurde der jüdischen Gemeinde in Kleinbockenheim zugeordnet.

Die ehemalige Synagoge

Im Jahr 1786 wurde in Kindenheim eine neue Synagoge im Hinterhaus der Hauptstr. 72 erbaut. Der Betsaal befand sich im oberen Stockwerk des Gebäudes, dessen Erdgeschoss eine Durchfahrt und eine Küche enthielt. Er hatte eine Länge von 6,30m, eine Breite von 7m und wies eine erstaunliche Höhe von 5,04 m auf. Insgesamt gab es 86 Sitzplätze und einige Stehplätze. Auch eine Mikwe befand sich in der Synagoge, für das rituelle Tauchbad der Juden. Die Synagoge war bis Anfang des 20. Jahrhunderts Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens. Im Jahre 1907 wurde das Anwesen verkauft und heutzutage erinnert nichts mehr an die damalige Funktion des Gebäudes.


Das ehemalige juedische Schulhaus

Das juedische Schulhaus

Hier handelt es sich um das ehemalige Schulhaus der jüdischen Gemeinde in Kindenheim. Im Türsturz des Schulhauses befindet sich die Inschrift „18Schulhaus32“. Dieses Gebäude wurde in den 1950er Jahren aufgestockt.


Die Lehrerwohnung

Die Lehrerwohnung

Der jüdische Lehrer Heinrich Bärmann wohnte von 1830 bis zu seinem Tod im Jahr 1864 im benachbarten Gebäude Nr. 10. Er hatte die „Israelitische Religionslehrer-, Schochet- und Vorbeterstelle“ in Kindenheim inne. Als Schochet oblag ihm das rituelle Schlachten vonTieren (schächten). Im Jahr 1831 heiratete er die Jüdin Caroline Strauß. Aus dieser Ehe gingen 13 Kinder hervor.


Schulstrasse 4
Fachwerkbauernhaus, 17. Jahrhundert

Fachwerkbauernhaus, Schulstraße 4 Fachwerkbauernhaus, Schulstraße 4

Dieses in Kindenheim am besten erhaltene Fachwerkbauernhaus verfügt noch über einen erheblichen Anteil an historischer Bausubstanz. Es wurde giebelständig im fränkischen Stil errichtet. Von den ursprünglich überwiegenden Fachwerkhäusern sind heute vor allem aufgrund von Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688-97 nur noch wenige erhalten. Erbaut in Rähmbauweise (auch Stockwerkbauweise), die aus der Ständerbauweise entwickelt wurde. Die Ständer, welche die Seitenwände bilden und die Hauptlast der gesamten Konstruktion tragen, sind jeweils nur ein Stockwerk hoch. Jedes Stockwerk wurde separat errichtet und schloss oben mit einem Rahmen (Rähm) ab. So konnten die oberen Stockwerke über die Grundfläche des Hauses hinaus erweitert werden; sie ragen über das Hausfundament hinaus (sogenannte „Vorkragung“). Das Mauerwerk des Erdgeschosses besteht überwiegend aus Kalkstein.

Backhausgasse 2

Backhausgasse 2

Ehemaliges „Altes Backhaus ( Gemeindebackhaus)“
Das Haus wurde im Jahr 1997 durch einen Neubau ersetzt. Die Außenmauern sind dem Originalbau des 17. Jahrhunderts angeglichen. Ab dem späten 18. Jahrhundert war es Wohnhaus. Nach dem 2.Weltkrieg wurde im Erdgeschoß der Raum zur Hauptstraße hin vorübergehend als Gefängnis genutzt. Er diente auch als Dienstzimmer der Nachtwächter und der Gemeindepolizei. Über dem Eingang ist eine Nachbildung des Zunftzeichens der Bäcker, eine Brezel, eingearbeitet; das Original befindet sich im Pfälzischen Museum.

Backhausgasse 3

Backhausgasse 3

Kleines, in Mischbauweise errichtetes, Fachwerkhaus im fränkischen Stil mit Satteldach. Giebel mit Bruchsteinen gemauert und mit Backsteinen erhöht. Die Fenster mit Sandsteingewänden stammen aus dem 19. Jahrhundert. Traufseitig erschlossenes zweigeschossiges Haus mit Fachwerk, das in der Gründerzeit ausgetauscht wurde. Das Fachwerk im Obergeschoß mit dem „Wilder Mann-Fachwerkmuster“ über den profilierten Schwellbalken und die paarig angeordneten Fenster lassen auf eine Entstehung des Hauses im 17. Jahrhundert schließen. Dieses Haus soll die Wohnung des Gemeindebäckers beherbergt haben, der im benachbarten Gemeindebackhaus Haus Nr. 2 gebacken hat. Später war es Wohnung von Tagelöhnern.

Hauptstrasse 77
Schul- und Gemeindehaus

Hauptstraße 77

Stattlicher dreigeschossiger Putzbau mit Walmdach, errichtet 1884 anstelle des alten Schulhauses. Die Sandsteinsockel, Ecklisenen, Rechteckfenster auf Sohlbankgurten und das auskragende Traufgesims geben der Fassade eine strenge orthogonale (rechtwinklige) Gliederung. Durch die Anordnung der Öffnungen ist das Gebäude in zwei Hälften geteilt. Mit seiner Höhe und blockhaften Geschlossenheit steht dieser Bau in der spätklassizistischen Tradition für Schulhäuser des 19. Jahrhunderts. Das Gemeindehaus übt durch seine Position gegenüber der protestantischen Pfarrkirche eine Ortsbild prägende Wirkung aus. Ehemals wurde das Gebäude als zweiklassige Volksschule, Kindergarten und Gemeindeverwaltung genutzt. Heute ist es Wohnhaus, Gemeindeverwaltung und Gemeindesaal.

Hauptstrasse 85
Bürgermeisterhaus

Hauptstraße 85

Stattlicher Bauernhof, 1851 errichtet als Vierseitenanlage auf einem Vorgängerbau für Johann Michael Seyb II. und Ehefrau Elisabetha, geb. Schneider. Zweigeschossiger Bau mit spätklassizistischen Formen, hohem Sockel und Satteldach, gegliedert durch Ecklisenen, Sohlbankgurte und profilierte Stichbogenfenster. Die Klappläden stammen noch aus der Erbauerzeit. Mittiges Stichbogenportal mit Horizontalverdachung. Das Haus diente lange Zeit auch als Gastwirtschaft „Zum grünen Baum“ und markiert die mittelalterliche Westgrenze des Dorfes. Die repräsentative Straßenfassade hat Ortsbild prägende Wirkung. Seit 1993 ist das Gebäude Eigentum der Geistchristlichen Kirche e.V.

Hauptstrasse 87 und 89
der Probsthof

Probsthof Probsthof

Die Anwesen Hauptstraße 87und 89 bildeten einmal den Probsthof. Er wurde als Zehnthof des Domkapitels Lüttich im 9. Jahrhundert erbaut und lag damals westlich vor den Toren des Dorfes. Im Jahr 1250 verkaufte das Domkapitel Lüttich seinen gesamten Besitz im Kinderbachtal an das Kloster Otterberg. 1525 wurde der Probsthof im Bauernkrieg niedergebrannt. Als 1693 der Bankier Jakob de Campoing den Probsthof und 2/3 des Zehnten von Kindenheim für 1850 Gulden kauft, wird der Hof privater Besitz. Im Jahr 1811 wurden große Teile des Gutsbesitzes an Kindenheimer Bürger verkauft und in der Folgezeit der Hof selbst in zwei Teile gespalten. Seit 2015 sind die Anwesen Hauptstrasse 87 und 89 wieder ein kompletter Hof.

Hauptstrasse 5
Das Weingut Kreutzenberger

Weingut Kreutzenberger

Erste urkundliche Erwähnung des Weingutes im Jahr 1438, damals noch in der Ortsmitte gelegen. Im Jahre 1929 errichtete Emil Kreutzenberger inmitten der Weinberge das heutige Gutsgebäude. Der Architekt Otto Prott gestaltete das Gutshaus im avantgardistischen Stil der Berliner Bauhaus Epoche. 2004 wurde das Weingut um einen Neubau erweitert und stilsicher modernisiert, um den Anforderungen des modernen, qualitäts- orientierten Weinbaus gerecht zu werden. 


Kontakt

Projektgruppe
Kindenheim macht Geschichte
Kontakt: Stefanie Rehor
Telefon 06359 - 945 92 72
info@kindenheim-macht-geschichte.de

Impressum

Ortsgemeinde Kindenheim
Vertretungsberechtigt durch:
Ortsbürgermeister
Albrecht Wiegner
Hauptstr. 77
67271 Kindenheim
Tel. 0 63 59 - 42 52
Sprechstunde: jeden Donnerstag, 18:30 - 19:30 Uhr

Disclaimer

Haftung für Inhalte
Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.
Haftung für Links
Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.
Urheberrecht
Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen. Quelle: http://www.e-recht24.de